Wer kann in eine zweisprachigen Klasse aufgenommen werden?
Die Europaschule - offen für alle
Grundsätzlich steht die Europaschule jedem Kind offen, das in Berlin lebt oder in Kürze nach Berlin zieht. Eine Beschränkung hinsichtlich der Nationalität oder der zu Hause gesprochenen Sprache gibt es nicht.
Allerdings gibt es einige Voraussetzungen:
1.]....Jedes Kind der Europaschule muss bei Schuleintritt mindestens eine der beiden Sprache - Deutsch oder Französisch - wie seine Muttersprache beherrschen, und zwar auf einem guten bis sehr guten Niveau.
2.]....Kinder, die nach der Einschulung der in deutscher Sprache alphabetisierten Gruppe zuzurechnen sind [siehe : 'Muttersprache'] , müssen zumindest passive Kenntnisse der französischen Sprache nachweisen. Dies wird vor der Einschulung mittel einer Sprachstanderhebung überprüft.
3.]....Kinder, deren tatsächliche Muttersprache weder Deutsch noch Französisch ist, dürfen wir abweisen, wenn diese tatsächliche Muttersprache an einer anderen Europaschule in Berlin Unterrichtssprache ist.
Erläuterungen:
zu 1.]....Eine der beiden Sprachen "wie eine eigene Muttersprache zu beherrschen"..bedeutet, sich in dieser Sprache altersgemäß gut ausdrücken zu können. Es heißt aber auch, Anweisungen, Aufgabenstellungen oder Erzählungen in dieser Sprache gut oder sehr gut zu verstehen.
Selbstverständlich darf jedes Kind nachfragen, falls etwas sprachlich verzwickt oder inhaltlich kompliziert wird. Es soll dies sogar tun. Unsicherheit darf herrschen, grobe Unkenntnis der Sprache aber nicht.
Dass es zunehmend Kinder gibt, die die eigenen Muttersprache nicht mehr beherrschen, wissen wir inzwischen alle. Diesen ist der Weg in die Europaschulen verschlossen. Dafür öffnet die Formulierung "wie eine eigene Muttersprache" all jenen Migranten die Türen der SESB, die sich soweit integriert haben, dass Sprache keine Barriere mehr darstellt.
zu 2.]....Es ist naheliegend, von den Kindern zu verlangen, dass sie bei der Einschulung zumindest passive Basiskenntnisse der Partnersprache mitbringen sollen. In früheren Jahren war dies anders. Es gab die Vorschule und diese konnte all jenen, die nicht über französichen Sprachkenntnisse verfügten, den Weg in die SESB ebenen. Man mag den Wegfall der Vorschule bedauern, die Tatsache bleibt aber dennoch bestehen.
Die Forderung nach zumindest passiven Sprachkenntnissen der Partnersprache Französisch dient dem Schutz der Kinder. Denn ab dem ersten Tag findet ein beträchtlicher Teil des Unterrichts in Französisch statt. Wer hier nicht auf Dauer frustriert werden soll, muss daher von Anfang an etwas mitbringen: Französiche Sprachkenntnisse.
Für die Kinder, deren Muttersprache Französisch ist, sind diese Anforderungen nicht gleich streng. Dies scheint auf den ersten Blick ungerecht - aber eben nur auf den ersten. Bei genauerer Betrachtung wird schnell deutlich, dass diese vorgebliche Ungerechtigkeit triftige Gründe hat.
Die Europaschule tut gut daran, sich all denjenigen frankophonen Kindern zu öffnen, die gerade erst nach Berlin kommen. Denn sie sind der Garant dafür, dass Französisch nicht nur Unterrichtssprache bleibt. Durch sie wird Französisch automatisch auch Spielsprache. Zu einer überwiegend deutschsprachigen Umgebung stellt jedes französischsprache Kind ein kleines, aber enorm wichtiges, Gegengewicht dar.
zu 3.]....Die staatliche Europaschule Berlin ist ein vergleichsweise teures Modell. Es liegt nahe, dass die Verantwortlichen auf ihre Weise Sorge dafür tragen, dass dieses Modell Bestand hat.
Daher ist es politisch gewünscht, dass Kinder, die eine der Sprachen der SESB-Schulen sprechen, auch diese Standorte mit ihrer Anwesenheit bereichern.